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Eine neue Werbeumgebung entsteht – mitten im Gespräch
Suchmaschinen, Social-Media-Feeds, Displaynetzwerke: Werbetreibende kennen die üblichen Spielfelder. Seit Februar 2026 kommt ein grundlegend neues hinzu. OpenAI hat begonnen, in ChatGPT Werbeanzeigen auszuspielen – und das Wachstum, das diese Plattform seitdem zeigt, lässt sich kaum ignorieren. Mit diesem Artikel starten wir unsere wöchentliche Serie zu ChatGPT Ads: Was passiert gerade, was bedeutet das für Unternehmen, und wie können Sie davon profitieren?
Der Start: Von ersten Piloten zur globalen Plattform
OpenAI hat das Werbegeschäft in den USA lanciert – zunächst mit einer Handvoll ausgewählter Marken wie Best Buy und Williams-Sonoma. Das Konzept ist denkbar schlicht: Anzeigen erscheinen als Text- oder Bildeinheiten direkt unterhalb einer ChatGPT-Antwort, klar als gesponsert gekennzeichnet und strikt von der eigentlichen KI-Antwort getrennt. Werbung beeinflusst laut OpenAI die Antworten des Modells nicht, und Werbetreibende erhalten keinen Zugriff auf private Gespräche.
Was klein begann, hat sich rasant entwickelt: Weniger als 200 Tage nach dem Start meldete OpenAI am 31. August 2026 eine hochgerechnete jährliche Umsatzrate von 1 Milliarde US-Dollar. Seit dem 24. August 2026 laufen Anzeigen auch in Deutschland und 30 weiteren europäischen Märkten. Seit dem 31. August 2026 kann jedes Unternehmen mit Sitz in einem dieser Länder Kampagnen direkt über den OpenAI Ads Manager buchen.
Die Nutzerbasis, die dahintersteht, ist beachtlich: ChatGPT erreichte im Februar 2026 nach eigenen Angaben 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzerinnen und Nutzer.
Wie ChatGPT Ads funktionieren – und was sie von Google Ads unterscheidet
Das Prinzip klingt vertraut: Kampagne, Anzeigengruppe, Anzeige – die Struktur erinnert an Google Ads. Doch ein wesentlicher Unterschied trennt beide Welten. ChatGPT Ads arbeiten nicht mit Keywords. Stattdessen beschreibt der Werbetreibende auf Anzeigengruppenebene sogenannte Kontexthinweise: Gesprächssituationen, in denen die Anzeige erscheinen soll. OpenAI garantiert dabei ausdrücklich nicht, dass eine Anzeige in einer bestimmten Unterhaltung ausgespielt wird. Das Anzeigensystem nutzt den Kontext des laufenden Gesprächs und – je nach Land und persönlichen Einstellungen – auch übergreifende Interessen der Nutzerin oder des Nutzers.
Wichtig zu wissen: Anzeigen werden ausschließlich Nutzerinnen und Nutzern der kostenlosen Tarife Free und Go angezeigt. Wer ein Plus-, Pro-, Business-, Enterprise- oder Edu-Abo hat, surft werbefrei durch ChatGPT.
Das Wachstum der Plattform ist messbar: Laut Daten von Sensor Tower stieg die Zahl der Anzeigen pro Nutzer und Stunde in der US-amerikanischen ChatGPT-App von April bis August 2026 im Schnitt um 26 Prozent pro Monat. Die Zahl der aktiven Werbetreibenden weltweit wuchs innerhalb einer einzigen Woche im Juni von 2.585 auf 3.770.
Zwei Wege zu ChatGPT Ads – und warum der Unterschied zählt
Wer Anzeigen in ChatGPT schalten möchte, hat im Grundsatz zwei Wege zur Auswahl.
Der erste und direkte Weg führt über den offiziellen OpenAI Ads Manager. Seit dem 31. August 2026 steht dieser auch Unternehmen in Deutschland und weiteren europäischen Märkten offen. Hier bucht man Kampagnen direkt bei OpenAI, steuert Kontexthinweise und verwaltet Anzeigen in der bekannten Kampagnenstruktur.
Der zweite Weg ist ein indirekter: Amazon hat im September 2026 eine Kooperation mit OpenAI bekannt gegeben, die es Amazon-Advertisern ermöglicht, ChatGPT-Placements über Amazon DSP – Amazons programmatische Demand-Side-Plattform – zu buchen. Marken wie Delta Vacations testen diesen Ansatz bereits. Kampagnen werden dabei durch Amazon aufgesetzt und verwaltet, während OpenAIs Anzeigensystem alle Auslieferungsentscheidungen trifft. Bezahlt wird per Klick oder per tausend Impressionen.
Für unsere Kunden bei digitalsterne gilt: Wir planen und setzen ChatGPT-Ads-Kampagnen ausschließlich direkt über den OpenAI Ads Manager um – nicht über Amazon Ads oder Amazon DSP. Wer uns mit einer ChatGPT-Kampagne beauftragt, erhält also einen direkten Zugang zur Plattform, keine Umleitung über ein Amazon-Ökosystem.
Was die Plattform für Unternehmen bedeutet – und was sie (noch) nicht ist
ChatGPT Ads ist kein Ersatz für Google Ads oder Meta-Kampagnen. Es ist eine ergänzende Möglichkeit, Menschen dort zu erreichen, wo sie aktiv nach Orientierung suchen – nämlich im konversationellen Austausch mit einer KI. Gerade für Marken, deren Produkte oder Dienstleistungen erklärungsbedürftig sind, bietet dieses Umfeld interessante Ansätze: Nutzer, die ChatGPT fragen, vergleichen, entscheiden. Wer hier mit einer relevanten Anzeige erscheint, trifft auf echte Kaufabsicht.
Gleichzeitig gilt es, die Eigenheiten der Plattform zu verstehen. Ohne Keywords braucht es ein anderes Denken bei der Zielgruppenansprache. Kontextbeschreibungen ersetzen klassische Keywordlisten – und wer das gut macht, hat einen klaren Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die ihre bewährten Suchkampagnen einfach kopieren.
OpenAI selbst schränkt zudem ein, wer auf der Plattform werben darf: Seit September 2026 werden keine Anzeigen mehr für Produkte akzeptiert, die direkt mit OpenAIs eigenen Funktionen konkurrieren – etwa KI-Bildgeneratoren oder Sprachprodukte. Adobe musste das als eines der ersten Unternehmen erfahren, als es die Werbemöglichkeit für seinen Firefly-Bildgenerator verlor.
Unser Ausblick – und was in den nächsten Wochen folgt
ChatGPT Ads steckt in Europa noch in den Anfängen. Das ist eine Chance. Wer sich jetzt mit der Plattform vertraut macht, bevor sie zum Standard wird, sammelt Erfahrungen und Daten, die später bares Geld wert sind.
In unserer wöchentlichen Serie werden wir die Entwicklung von ChatGPT Ads engmaschig begleiten: Kampagnenstruktur und Kontextstrategie, erste Erfahrungswerte aus deutschen Konten, Vergleiche mit klassischen Performance-Kanälen und konkrete Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Branchen. Bleiben Sie dran – und sprechen Sie uns an, wenn Sie ChatGPT Ads für Ihr Unternehmen testen möchten.
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