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Was sich im September 2026 bei Google Ads konkret ändert
Google hat es offiziell bestätigt: Ab September 2026 verschwindet die manuelle Spracheinstellung auf Kampagnenebene aus allen Standard-Suchkampagnen sowie aus dem Suchnetzwerk-Anteil von Performance-Max-Kampagnen. Eine Einstellung, die es in Google Ads seit über 20 Jahren gibt, wird damit abgeschafft. Stattdessen übernimmt Googles KI die Spracherkennung vollautomatisch – auf Basis der Sprache Ihrer Anzeigentexte, Ihrer Landingpages und weiterer Nutzersignale, die Google zum Zeitpunkt der Auktion auswertet.
Was das konkret bedeutet: Der Sprachdropdown, den Sie vielleicht jahrelang in den Kampagneneinstellungen gesetzt haben, wirkt ab diesem Zeitpunkt schlicht nicht mehr. Kampagnen laufen weiter, ein Neuaufbau ist nicht erforderlich – aber wer mehrsprachige Kampagnen betreibt, sollte die Änderung nicht einfach aussitzen.
Was entfällt, was bleibt – ein Überblick
Die Änderung trifft nicht alle Kampagnentypen gleich. Hier ist die wichtigste Unterscheidung:
- Suchkampagnen: Die Spracheinstellung auf Kampagnenebene entfällt vollständig. Anzeigen werden künftig auf Basis der Sprache der Anzeigentexte selbst ausgespielt.
- Performance Max – Suchnetzwerk: Auch hier greift die Spracheinstellung ab September 2026 nicht mehr für den Suchnetzwerk-Anteil.
- Performance Max – andere Inventare: Für YouTube, Display, Discover und Gmail bleibt die Spracheinstellung in Performance Max weiterhin aktiv und wirksam.
- Shopping-Anzeigen innerhalb von Performance Max: Von der Änderung nicht betroffen.
Das Fazit: Wer ausschließlich Shopping-Kampagnen oder Performance-Max-Kampagnen ohne Suchanteil nutzt, spürt die Änderung kaum. Für alle anderen gilt: Die Sprachsteuerung wandert vom Kampagnen-Setting in die kreativen Inhalte.
Warum das für KMU mit mehrsprachigen Kampagnen relevant ist
Viele kleine und mittlere Unternehmen in der Schweiz, Österreich oder in Grenzregionen Deutschlands sprechen Zielgruppen in mehr als einer Sprache an – etwa Deutsch und Französisch, Deutsch und Türkisch, oder Deutsch und Englisch für internationale Kundschaft. Bislang ließ sich die Trennung sauber über die Spracheinstellung auf Kampagnenebene organisieren: Kampagne A nur für deutschsprachige Nutzer, Kampagne B nur für französischsprachige.
Dieses Prinzip funktioniert ab September 2026 so nicht mehr. Googles KI entscheidet dann selbst, welche Sprachversion einer Anzeige ausgespielt wird – auf Basis dessen, was in den Anzeigentexten und auf der Landingpage steht. Wer bereits sauber getrennte kreative Inhalte hat, wird die Änderung kaum merken. Wer aber darauf vertraut hat, dass die Kampagneneinstellung die Sprachtrennung „hält“, während Anzeigentexte oder Landingpages mehrsprachig oder inkonsistent sind, hat ab September ein potenzielles Problem.
Drei Dinge, die mehrsprachige Accounts jetzt prüfen sollten
1. Konsistenz zwischen Anzeigentext und Landingpage sicherstellen
Das ist die wichtigste Maßnahme überhaupt. Wenn Ihre Anzeige auf Deutsch geschrieben ist, muss die verlinkte Landingpage ebenfalls auf Deutsch sein – und zwar vollständig und konsistent. Gleiches gilt für jede andere Sprache, in der Sie werben. Gemischte Seiten, auf denen zum Beispiel die Navigation auf Englisch ist, während der Hauptinhalt auf Deutsch steht, senden unklare Signale. Google wird diese Signale künftig stärker gewichten.
2. Anzeigengruppen sprachlich klar trennen
Für Konten, in denen verschiedene Sprachen unter einer Kampagne in unterschiedlichen Anzeigengruppen laufen, empfiehlt es sich, diese Struktur zu überprüfen. Jede Anzeigengruppe sollte eine klare Sprachidentität haben: Anzeigentexte, Erweiterungen und die zugehörige Landingpage in derselben Sprache. Das gibt dem Google-Algorithmus ein eindeutiges Signal und reduziert das Risiko, dass Anzeigen an falsche Zielgruppen ausgespielt werden.
3. Scripts und API-Integrationen kontrollieren
Wer Google Ads über die API oder automatisierte Scripts steuert, sollte diese dringend prüfen. Auf aktuellen API-Versionen gibt das Setzen eines Sprachkriteriums für Suchkampagnen bereits einen Fehler zurück. Auf älteren API-Versionen passiert kein Fehler – das Sprachkriterium wird aber stillschweigend ignoriert. Das bedeutet: Ein Script, das glaubt, die Sprache einer Kampagne noch zu steuern, tut es in Wirklichkeit nicht mehr. Solche stillen Fehler können bei mehrsprachigen Kampagnen zu unerwarteten Überschneidungen führen.
Was tun, wenn Sprachtrennung geschäftlich kritisch ist?
Für die meisten KMU reicht es, die kreative Konsistenz herzustellen – also Anzeigentexte und Landingpages sprachlich in Einklang zu bringen. Wer aber spezifische Angebote oder Aktionen strikt nach Sprache trennen muss, etwa weil es regional unterschiedliche Preise oder Konditionen gibt, sollte erwägen, die strukturelle Trennung über andere Mittel zu verstärken: zum Beispiel über separate Domains oder Subdomains je Sprachraum oder über eindeutige Namenskonventionen in Anzeigengruppen, die dem System zusätzliche Orientierung geben.
Grundsätzlich gilt: Wer dem neuen automatisierten System der KI-gestützten Sprachzuordnung nicht vollständig vertraut, sollte die kreative Ebene als primäre Steuerungsebene begreifen und entsprechend investieren – in gute, sprachlich eindeutige Texte und Landingpages.
Fazit: Eine kleine Einstellungsänderung mit strategischer Wirkung
Auf den ersten Blick wirkt die Abschaffung des Sprach-Targetings wie eine technische Kleinigkeit. Tatsächlich verschiebt sich damit ein grundlegendes Steuerungsprinzip: Die Sprachkontrolle wandert von einem Kampagnen-Setting in die kreativen Inhalte. Für KMU bedeutet das eine Chance, die eigene Konto-Struktur zu bereinigen und eine robustere Basis zu schaffen – eine, die nicht von einer einzelnen Einstellung abhängt, sondern durch konsistente Inhalte trägt. Wer die nächsten Wochen nutzt, um Anzeigentexte, Erweiterungen und Landingpages zu prüfen, geht entspannt in den September.
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