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Spotify wird visueller – und das hat Folgen für Werbetreibende

Lange galt Spotify als reine Audio-Plattform. Wer dort warb, dachte zuerst an den klassischen 30-Sekunden-Spot zwischen zwei Songs. Doch Spotify baut seine Werbemöglichkeiten konsequent in Richtung visuelle Formate aus – und 2026 hat die Plattform zwei neue Anzeigenformate offiziell eingeführt: Carousel Ads und überarbeitete Sponsored Playlists, ergänzt um interaktive CTA Cards. Was steckt dahinter, und für wen lohnt sich der genauere Blick?

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Dieser Artikel richtet sich an Unternehmen, die bereits mit Spotify Ads vertraut sind oder konkret über einen Einstieg nachdenken. Die Grundlagen zu Targeting, Kosten und klassischen Formaten haben wir im Überblicksartikel „Spotify Ads erklärt“ behandelt – hier geht es ausschließlich um das Neue.

Carousel Ads: Mehrere Botschaften, ein Auftritt

Carousel Ads sind das vielleicht auffälligste der neuen Formate. Ähnlich wie man es von Social-Media-Plattformen kennt, können Werbetreibende mehrere Bild- oder Kachelelemente in einer einzigen Anzeige kombinieren – der Nutzer wischt sich durch die Inhalte. Was auf Instagram oder Facebook seit Jahren Standard ist, hält damit erstmals auch bei Spotify Einzug.

Der entscheidende Unterschied zum klassischen Audio-Spot: Carousel Ads sind rein visuell und setzen voraus, dass der Nutzer die App aktiv im Blick hat. Sie erscheinen, wenn Spotify im Vordergrund genutzt wird – etwa beim Stöbern im Katalog oder beim Bearbeiten von Playlists. Das schränkt die Reichweite gegenüber Audio Ads ein, steigert aber die Interaktionswahrscheinlichkeit deutlich.

Für wen ist das interessant? Unternehmen, die bereits Erfahrung mit visuellen Anzeigen auf Social-Media-Plattformen haben und kreative Assets besitzen, können diese Formate mit überschaubarem Mehraufwand auf Spotify übertragen. Für ein lokales Handwerksunternehmen ohne eigenes Design-Team ist der Einstieg hier anspruchsvoller – der Kreativaufwand steigt, wenn mehrere Kacheln konsistent gestaltet werden müssen.

CTA Cards: Der direkte Weg zur Handlung

CTA Cards – kurz für „Call-to-Action Cards“ – sind ein ergänzendes Element, das bestehende Videoformate aufwertet. Konkret erscheinen sie im Zusammenspiel mit dem Video Takeover-Format: Während das Video läuft oder unmittelbar danach, wird eine klar gestaltete Kachel eingeblendet, die den Nutzer zu einer definierten Handlung auffordert – etwa einem Website-Besuch, einer App-Installation oder einem Angebot.

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Bisher war die Interaktionsmöglichkeit bei Spotify-Anzeigen vergleichsweise begrenzt. Ein Klick auf das Companion-Banner war oft die einzige Option. CTA Cards schaffen hier einen strukturierteren, prominenteren Abschluss für die Werbebotschaft. Das ist vor allem für Kampagnen relevant, bei denen eine direkte Reaktion des Nutzers – ein Klick, eine Anmeldung, ein Kauf – zum Kampagnenziel gehört.

Wichtig zu verstehen: CTA Cards funktionieren nur, wenn die App aktiv genutzt wird. Wer im Hintergrund Musik hört, während er eine andere App bedient, wird diese Formate nicht sehen. Die Nutzeraufmerksamkeit muss also zum richtigen Zeitpunkt vorhanden sein – was das Timing der Ausspielung zu einem kritischen Faktor macht.

Überarbeitete Sponsored Playlists: Exklusivität als Markenbotschaft

Sponsored Playlists gibt es auf Spotify nicht erst seit 2026 – aber das Format wurde grundlegend überarbeitet. Der wesentliche Unterschied zur bisherigen Version: Marken können nun die bekanntesten und meistgehörten Playlists der Plattform exklusiv übernehmen. Dazu gehören Spotify-Eigenmarken wie RapCaviar – Playlists mit teils zig Millionen Followern und einer klar definierten Hörerschaft.

Was bedeutet „übernehmen“ konkret? Das Branding der Playlist – Cover, Name, Kontext – wird für die Dauer der Kampagne mit der Marke des Werbetreibenden verknüpft. Nutzer, die diese Playlist öffnen, begegnen der Marke in einem redaktionellen, kuratierten Umfeld statt in einem klassischen Werbeblock. Das ist ein anderes Qualitätsgefühl – und ein anderes Preissegment.

Dieser Ansatz unterscheidet sich grundlegend vom organischen Playlist-Branding, das wir im Artikel „Spotify Playlists als Branding-Tool“ beschrieben haben. Dort geht es darum, mit eigenen, selbst erstellten Playlists Sichtbarkeit aufzubauen – ein langfristiger, kostenloser Prozess. Die überarbeiteten Sponsored Playlists sind das Gegenteil: bezahlte Exklusivität auf etablierten Reichweitenträgern, die kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugt, aber ein entsprechendes Budget erfordert. Für Mittelständler oder lokale Unternehmen ist dieses Format daher in der Regel weniger relevant – es richtet sich eher an Marken mit nationaler oder internationaler Ausrichtung und größeren Mediabudgets.

Für wen lohnt sich der Einstieg in die neuen Formate?

Die neuen Formate sind kein Ersatz für Audio Ads – sie sind eine Erweiterung. Und sie stellen unterschiedliche Anforderungen an Budget, Kreation und Kampagnenziel. Ein paar orientierende Einschätzungen:

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  • Carousel Ads sind für Unternehmen interessant, die bereits visuelle Assets haben und eine jüngere, aktiv scrollende Zielgruppe ansprechen wollen. Der kreative Mehraufwand ist real.
  • CTA Cards sind eine sinnvolle Ergänzung für alle, die ohnehin Video Takeover-Kampagnen schalten und die Conversion-Rate verbessern wollen – ohne grundlegend neue Kreation.
  • Sponsored Playlists (neu) eignen sich für Marken mit nationalem Auftritt und dem klaren Ziel, Bekanntheit in einer definierten Musiksubkultur oder Community aufzubauen. Für lokale Unternehmen ist das Format in der Regel überdimensioniert.

Was alle drei Formate verbindet: Sie setzen voraus, dass der Nutzer die App aktiv im Blick hat. Das ist ein Unterschied zu Audio Ads, die auch dann ankommen, wenn der Bildschirm schwarz ist und der Kopfhörer steckt. Wer Spotify-Werbung plant, sollte diesen Unterschied bei der Formatwahl bewusst berücksichtigen.

Was bleibt konstant: Kosten und Einstiegshürden

Die neuen Formate ändern nichts an der grundlegenden Preisstruktur von Spotify Ads. Im Self-Serve-Modus über den Ads Manager sind Kampagnen bereits ab rund 15 bis 25 Euro Tagesbudget schaltbar. Der CPM für Audio Ads liegt typischerweise zwischen 5 und 25 Euro – abhängig von Targeting-Tiefe und Saisonalität. Für größere Budgets bietet Spotify betreute Managed Campaigns mit individueller Beratung an.

Die eigentliche Hürde liegt – das gilt für die neuen Formate noch mehr als für klassische Audio Ads – in der kreativen Umsetzung. Ein überzeugender Carousel-Auftritt erfordert konsistentes Design. Eine CTA Card ist nur so stark wie das Video, das ihr vorausgeht. Wer hier spart, verschenkt Potenzial.

Fazit: Spotify wird zum Visual-Audio-Mix – mit Chancen und Anforderungen

Die neuen Werbeformate 2026 zeigen, wohin Spotify sich entwickelt: weg vom reinen Audiokanal, hin zu einer Plattform, die audio- und visuell zugleich bespielt werden kann. Das eröffnet neue Möglichkeiten – macht aber auch deutlich, dass eine durchdachte Kreativstrategie wichtiger wird als je zuvor.

Für Unternehmen im Mittelstand, die Spotify Ads erstmals erkunden oder ihr bestehendes Setup erweitern wollen: Die klassischen Audio Ads bleiben das zugänglichste und budgetschonendste Einstiegsformat. Die neuen Formate sind eine sinnvolle Ergänzung – sobald die Grundlagen sitzen und das kreative Fundament steht.

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